Back home + ein Fazit

Meine letzte Woche endete am Freitag mit einem mittäglichen Besuch im Pub gegenüber der MEPL. Versorgt wurde ich zudem noch mit einigen Geschenken, sowie Materialien zur Picture Library, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Ich habe mich natürlich sehr über die Geschenke gefreut und neben der modernen Version des Spiels „Tiddlywinks“, welches man auch unter dem Flohspiel kennt, bekam ich einen Reiseführer zu versteckten Wegen Londons. Diesen werde ich mir dann bei meinem nächsten Besuch in London in den Koffer packen.

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Wirklich traurig, die MEPL zu verlassen, war ich jedoch nicht. Klar, es war eine sehr angenehme Zeit, die Atmosphäre war immer gut und die Kollegen waren alle nett. Trotzdem war die Arbeit nicht wirklich abwechslungsreich, da ich doch fast ausschließlich mit der Bearbeitung von Bildern beschäftigt war, was auch eine andauernde Aufgabe für alle Praktikanten ist. Dafür war es aber eine Bereicherung für mich, denn Photoshop sollte man dann doch beherrschen, wenn man in einer Bildagentur arbeitet. Tom hatte sich dafür auch entschuldigt, aber es wären eben viele Kollegen derzeit nicht dort gewesen. Nachdem ich mich von den wenigen Anwesenden verabschiedet hatte, hatte ich am Abend das Vergnügen, meinen Koffer zu packen. In meinem kleinen Zimmer war das echt nicht so einfach und ich schob den Koffer von der einen zur anderen Seite, sowie auch meine Kleidungsstücke. Zum Glück hatten meine Vermieter eine spezielle Waage für Koffer, die mir aber nie das anzeigte was ich gerne gehabt hätte… Das war ein hin und her, aber ich konnte einfach nicht noch mehr wegwerfen. Ja, ich hätte auch das Bezahlen von Übergewicht in Kauf genommen. Gegen 8 Uhr machte ich mich auf den weg zum Flughafen und hatte in Hinblick auf mein Gepäck kein gutes Gefühl. Meine Vermieter sah ich an dem Morgen nicht mehr, ich hatte mich aber eh schon am Abend zuvor verabschiedet. Die fiel mir auch nicht schwer, denn obwohl sie wirklich sehr nett waren (zumindestens er) und auch das Haus sehr schön eingerichtet ist, bemerkte ich schnell, dass das eher Schein als Sein war. Beim genauen Hinsehen war der hygienische Zustand eher nicht das, was ich mir unter sauber vorstelle, was wohl auch daran lag, das beide selten Zuhause waren. Bitte nicht falsch verstehen, es war nicht dreckig, aber wenn man Zimmer vermietet, dann muss man eben auch mal das Bad öfter putzen, vor allem, wenn das von 5 Leuten genutzt wird. Immerhin war mein Bett sehr gemütlich und auch die Größe des Zimmers reichte mir, war ich doch eh selten dort. Nach 2-stündiger fahrt kam ich am Heathrow Airport an. Glücklicherweise war der Mann am Gepäckschalter so nett und hat den halben Kilo zu viel durchgehen lassen. Dafür bekam mein Koffer die Ausschilderung „HEAVY!“. Der Security Schalter raubte mir dann ganz schön Zeit. Mein Rucksack wurde rausgefischt und ich durfte ihn komplett auspacken. Ich dachte erst, die haben ein Problem mit dem Tee haha aber nein, Make-Up und Lippenbalsam hätten in eine Tüte gemusst. Das zählt also zu Flüssigkeiten. Beim Hinflug war das kein Problem. Um 12.25 Uhr ging mein Flieger zurück Richtung Heimat, wo ich von einem ordentlich trüben Wetter begrüßt wurde und natürlich von meinen Eltern, die zum Koffer tragen kamen.

Abschließend kann ich zum Praktikum sagen, dass es natürlich eine wundervolle Zeit war, denn wie oft bekommt man die Möglichkeit in seiner Lieblingsstadt für 8 Wochen zu leben? Zudem war ich sehr überrascht, dass ich so gar kein Heimweh hatte und auch das alleine leben machte mir keine Probleme. Meine Selbstständigkeit und mein Selbstbewusstsein wurden  nurnoch weiter ausgebaut, aber so wirklich schwierig war die Kommunikation mit Anderen auch nicht. Das verwunderte mich sogar selber, dachte ich doch, die andere Sprache würde mich da irgendwie einschränken. Ich wurde sogar gelobt 😀 Mit der Zeit kommt das alles eben. Somit fiel es mir auch immer einfacher mit Hinz und Kunz zu plaudern und so war man da ja doch nie allein 😉 Zudem konnte ich London ganz auf meine eigene Art und Weise erkunden und habe den ein oder anderen Ort besucht, den man vielleicht sonst so nicht gesehen hätte. Ein nächster Besuch in London sollte nicht lange auf sich warten lassen. Zum Arbeiten würde ich jedoch nicht unbedingt nach London kommen. Die Lebenshaltungskosten sind unfassbar hoch, das bekommt man nur mit einem megabezahlten Job hin. Nun bin ich froh wieder in der Heimat zu sein und Freunde und Familie wieder zu sehen. Auch das deutsche Essen hat mir ganz schön gefehlt 😀

Nochmal ein großen Dank an die Mary Evans Picture Library und das gesamte Team dort, die mir das Praktikum überhaupt erst ermöglicht haben. Ich hatte eine schöne Zeit, habe tolle Menschen kennengelernt, sowie mit einem schönen Bestand gearbeitet. Der Aufenthalt war eine große Bereicherung für mich.

I need a dollar dollar, a dollar that’s what I need…oder doch eher Pfund…

In der vorletzten Woche beschäftigte ich mich auf der Arbeit auf gewohnte Art und Weise, nur etwas schneller. Zum Ende hin fällt mir das Bearbeiten der Bilder relativ leicht und ich scanne einen Stapel nach dem anderen. Somit vergeht die Zeit wie im Fluge und ich merke nicht mal, wie es draußen dunkel wird, obwohl ich neben dem Fenster sitze. Dieser Platz hat sich bei starker Sonne übrigens als nicht sehr passender Platz zum Bearbeiten von Bildern herausgestellt, aber von Sonne haben wir hier ja in letzter Zeit eh nicht so viel. In den Mittagspausen hat uns der Wettergott aber schon einige Zeit nicht mehr verlassen und wir konnten täglich unseren Spaziergang machen, nachdem wir uns die Bäuche mit dem selbstgemachten Lunch vollgeschlagen haben. Den Greenwich Park kann ich inzwischen glaube auch schon blind durchlaufen, so oft waren wir schon da.

Das Wochenende war nun das Letzte in London, zumindest für die Zeit meines Auslandspraktikums.  Am Samstag machte ich meinen letzten Museumsbesuch in der Wallace Collection. Gut versteckt gelegen (wenn man denkt man findet ja auch ohne Plan alles) traf ich dann, nachdem ich mir meinen Weg durch die kaufwütige Menge gebahnt hatte, vor dem noblen Londoner Stadthaus ein, welches einem gewissen Sir Richard Wallace gehörte. Bewundern kann man dort also seine beachtliche Sammlung an Kunst vom 15.-19. Jh. Wenn man einen ruhigen Ort sucht, ist man hier richtig. Überfüllt wie in den anderen Museen war es auf jeden Fall nicht, obwohl ich die Atmosphäre durch die prunkvolle Einrichtung schon beeindruckend fand…vllt liegt an der Ausschilderung…

Am Sonntag wollte ich dann doch nochmal ein bisschen durch die Einkaufsstraße schlendern. Wer mich kennt weiß, dass ich absolute Verfechterin des Online-Shoppings bin. Daher wird es nicht verwundern, das ich genau wusste, was ich wo kaufen werde. Ab in den „Topshop“ (da gibt es schließlich 10% Rabatt für Studenten/Schüler auch wenn die unseren super Schülerausweis nicht annähernd entziffern können, dank komplett deutscher Sprache (?!)) und genau auf bereits online ausgesuchte Stücke zugesteuert, anprobiert und ab in die Tüte. Leider war ich doch etwas eingeschränkt, aufgrund der nahezu gähnenden Leere im Portemonnaie. Abhilfe hätte da ein Gang zum Bankautomaten geschafft, aber die Extragebühr, die bei jedem Abheben entsteht, schenke ich der Bank sicherlich nicht. In den Wochen zuvor hatte ich ganz normal mit meiner EC-Karte an einem Automaten mit Maestro-Zeichen Geld abgehoben, aber das nur 2 Mal und dafür hohe Summen, hatte mich beim letzten Mal aber irgendwie verschätzt haha Nun gut, mein Essensvorrat reicht auf jeden Fall bis Samstag, also verhungere ich nicht. Kleidung habe ich ja nun auch genug.

Nach meinem getätigten Einkauf bin ich gelaufen und gelaufen und gelaufen, bis ich nach 1,5 Stunden in Soho, Chinatown und Co. angekommen war. Direktes Ziel war es nicht, hatte ich nämlich auch gar nicht. Da das Wetter aber wirklich super war, wollte ich London noch ein bisschen mehr kennenlernen und das geht eben am besten, wenn man sich einfach treiben lässt. Vorbei kam ich unter anderem am Kaufhaus „Liberty“ in der Regent Street, welches bereits 1875 gegründet wurde. Kaufen kann man dort nur Luxus, aber die Einrichtung im Landhausstil hat einen ganz eigenen Flair und ist allein daher schon sehenswert. In der angrenzenden Carnaby Street findet man zudem alle erdenklichen Marken und Geschäfte.

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Carnaby Street

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Liberty Regent Street

Ich und Emma Watson haben eine Gemeinsamkeit…

Das Wochenende…ja den Samstag war ich in Brixton unterwegs und haben den dortigen Markt besucht. Ist eine bunte Mischung verschiedener Kulturen und sowohl Flohmarkt als auch eine Ansammlung großartiger Restaurants. Somit hat es mich auch in eine Pizzeria verschlagen, die wohl bekannt für ihre guten Pizzen ist, das verriet mir auch die lange Schlange davor. Und ja, die Pizza war wirklich sehr gut und für Londoner Verhältnisse bezahlbar. Anschließend zog ich mit einem Kollegen der MEPL noch in einen Pub in der Nähe.

Auf den Sonntag hatte ich schon ewig gewartet. Das Ticket war schon mehr als einen Monat vorher bezahlt. Im Zug Richtung Ziel stieg bereits die Aufregung. Mit einem Shuttle Bus ging es dann vom Bahnhof aus weiter. Während Familien, Freunde oder Pärchen zusammen unterwegs waren, war ich allein…für ein paar Sekunden. Auf den Plätzen neben mir setzte sich Kelly aus Kalifornien, die zufällig auch noch in meinem Alter war und ebenfalls allein. Somit verbrachten wir die 20 minütige Busfahrt mit Gequatsche und sie wollte mir nicht glauben, dass ich Deutsche bin :D. Schneller als gedacht waren wir dann am Ziel…

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Wie lange habe ich darauf gewartet, die Harry Potter Studio Tour machen zu können und endlich war es dann soweit. Nachdem wir unsere Tickets abgeholt hatten fiel uns leider auf, dass wir unterschiedliche Uhrzeiten gebucht hatten…blöd, aber immerhin war die Wartezeit somit angenehmer. Ihre Tour begann eine halbe Stunde vor meiner. Trotzdem hatten wir noch einige Zeit, um uns schon mal im Shop umzusehen. Unfassbar was man da alles kaufen kann und noch viel unfassbarer war es, dass einige Leute da riesige Tüten rausschleppten. Ich bin auch ein großer Fan von Harry Potter, aber die Preise waren wirklich heftig. Zum Glück weist mein Portemonnaie nicht mehr ganz so viel Inhalt auf, das Bisschen hebe ich mir lieber noch auf.

Nun zur Tour an sich. Ich habe über 200 Bilder gemacht und ich denke das spricht wohl schon für sich 😉 3 Stunden lang konnte ich mir Original-Filmsets, Kostüme, Modelle, Special Effects und Vieles mehr ansehen und bestaunen. Die Zeit ist übrigens nicht vorgegeben. Zu Beginn ist man noch in einer Gruppe mit denen, die die gleiche Zeit buchten (im Voraus online). In einem ersten Raum bekommt man Clips gezeigt, in einem 2. (dem Kino) ebenfalls einen Clip und dann geht’s auch schon in die Große Halle, die natürlich passend zu Halloween geschmückt war.

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Anschließend zieht man dann im eigenen Tempo durch 3 weitere Hallen. Es gibt immer wieder Specials in der Tour und so war es um die Halloween-Zeit das Special der Dunklen Künste. Somit hatte man das Vergnügen von Todessern verfolgt und beobachtet zu werden, einmal nicht aufgepasst stand ich dann schon vor einem der Exemplare. Da wird einem auch mal kurz ganz anders…das macht eine solche Tour aber erst so richtig zum Highlight. Da ich hier nicht alles Vorweg nehmen will, kann ich nur jedem Harry Potter Fan dazu raten, bei der nächstbesten Gelegenheit selber einmal die Studios zu besuchen, es lohnt sich wirklich. Für mich steht auf jeden Fall fest, dass ich die Tour noch einmal machen werde und dann auch nicht allein 😉 Schließlich will ich auch mal ein Bild auf einem Besen oder im Ligusterweg Nummer 4 haben. Um kurz zur Überschrift zu kommen. Im Eingangsbereich haben die Hauptdarsteller ihre Handabdrücke gemacht und meine Kinderpatschehändchen passen tatsächlich in den Abdruck von Emma Watson. Bin ich also nicht die Einzige mit so kleinen Händen hahaha

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…und nun lasse ich die Bilder sprechen (Fotografieren ist erlaubt)…

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Todesser vor Gringotts gesichtet

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Hogwarts

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Winkelgasse

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ein paar Zauberstäbe

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Zaubertränkeunterricht

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Brücke

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Haus der Malfoys

Sturmfrei

Meine Vermieter haben sich diese Woche in den Urlaub nach Marrakesch verabschiedet und muten mir ihr Haus zu. Der Typ im Nebenzimmer, der Lehrer sein soll, sei jetzt eh auch im Urlaub, sind ja Ferien. Super, da kann ich ja jetzt tun und lassen was ich will. Am nächsten Morgen schlurfte ich dann also verschlafen und laut Musik hörend die Treppen in die Küche runter (sonst versuche ich immer gar keinen Ton von mir zu geben, schlafen ja alle noch um 7) und entdeckte dann aber ein paar Schuhe im Flur, die definitiv noch nicht am Vortag dort standen. Nach einigen Schrecksekunden konnte ich diese aber identifizieren, ungebetene Gäste ausgeschlossen. Keine Ahnung was mit dem falsch ist, jetzt ist er auf alle Fälle wieder untergetaucht. Macht mir irgendwie Angst…

Auch auf der Arbeit hatte ich zu Beginn der Woche das Gefühl es wäre keiner da, kamen dann aber doch noch einige zur Arbeit. Überraschenderweise durfte ich diese Woche auch mal andere Dinge machen, außer Bilder zu bearbeiten. Tom gab mir eine endlos lange Liste mit Daten des National Army Museums, die ich in die Datenbank zu den vorhandenen Bildern übertragen und überprüfen sollte. Erst kam mir die Liste gar nicht mal soo lang vor, änderte sich dann aber nach einigen Stunden. War aber eine ganz nette Abwechslung zu Photoshop und mir auch nicht unbekannt.

Zudem konnte ich für eine Kundenanfrage in der Zeitung „Illustrated London News“ nach einer bestimmten Werbung von Land Rover aus dem Jahre 1952 suchen. Land Rover ist nicht unbedingt meine Gebiet, aber da ich einige Bände durchwälzen musste, konnte ich mir ja auch die restliche Werbung, sowie die Nachrichten an sich ansehen. Da kam zwar fast ausschließlich die Queen drin vor, aber was solls. Ist auch nicht ganz uninteressant und ich war erstaunt, was für gute Farbdrucke da teilweise mit drinnen waren. Die Werbung hatte ich übrigens nicht unter dem Jahr 1952 gefunden, sondern ein Jahr später. Trotzdem habe ich noch weitere Bände nach Land Rover durchsucht, die Marke schien jetzt aber wohl nicht so populär gewesen zu sein.

Die eine Zugstrecke wurde hier nun auch endlich repariert und mein Rückweg ist somit schön entspannt. Kann zwar leider nicht sehen, durch welche Teile Londons der Zug nun fährt, aber auf jeden Fall sind da ne Menge Baustellen. Des Weiteren habe ich in dieser Woche erfahren, dass meine Monatskarte unter bestimmten Voraussetzungen (und auch nicht unerlaubt) sehr gut zum Schwarzfahren in Zügen innerhalb Londons geeignet ist, aber darauf gehe ich mal jetzt nicht genauer ein, will ja keinen dazu animieren 😉

Zum Abschluss der Arbeitswoche war ich dann noch im absoluten Paradies an Leckereien. Bei Fortnum & Mason  gibt es so ziemlich alles, was man sich an Köstlichkeiten vorstellen kann. Auf den insgesamt 6 Stockwerken ist auch jegliche andere sündhaft teure und dem prall gefüllten Portemonnaie angepasste Sache, wie Schmuck und Kleidung zu finden. Gekauft habe ich nur ein paar „Kleinigkeiten“ und die sind nicht mal für mich. Für Mitbringsel also durchaus ein sehr gut geeignetes Kaufhaus, das allein schon für seine viktorianische und prunkvolle Einrichtung ein Blick wert ist, da kann selbst der Luxusriese Harrods einpacken.

Das Wochenende mal ganz im Sinne der Heimat

Von der Arbeit kann ich eigentlich nicht viel berichten. Das Büro war im Allgemeinen sehr leer und jeder ging seiner Tätigkeit nach. Das nenne ich mal eine Stille…ich habe weiterhin meine Bilder bzw. Stiche von Personen bearbeitet, wenn ich Glück habe ist da auch mal eine Photogravure dabei. Diese kann ich nämlich anders, als die Stiche bearbeiten. Bei denen bekommt man nämlich mit der Zeit echt Probleme auf den Bildschirm zu sehen, wenn man beim Zoomen nur Linien über Linien sieht. Zudem ist es gegen Abend hin sehr ermüdend von Morgens 9:30 bis Abends 17:30 am Bildschirm mit Photoshop rumzuwerkeln. Mittlerweile bin ich beim 3. Stapel angelangt, von Personen unter dem Nachnamen „Pa…“ bin ich immerhin schon bei „Pf…“. Klingt jetzt vielleicht nicht viel, aber es handelt sich da schon um eine beachtliche Menge. Mal sehen, was ich in den letzten 3 Wochen noch schaffe.

Unbeabsichtigt hatte mein Wochenende das Motto „Deutschland“. David von der Arbeit hatte mir bereits vor 2 Wochen den Broadway Market im Stadtteil Hackney, um genauer zu sein „Shoreditch“, empfohlen und den besuchte ich dann auch. Der Weg dorthin war aber eine ungewohnte Hürde. Ich war eigentlich der Meinung, dass das System der Oyster Card unverbesserlich sei und so am besten auch in Deutschland eingeführt werden sollte. Ohne Fahrkarte kommt man eben nicht durch die Schranke zur Tube, in den Bus etc. Somit funktioniert das Schwarzfahren nicht ganz so einfach. Nun musste ich aber nach einer kurzen Tubefahrt den Zug nehmen und leider gab es da nicht die typischen Schranken durch die man läuft und wo man seine Karte dranhält. Es stand lediglich ein freistehendes Lesegerät am Rand. Da habe ich meine Karte draufgehalten und das Gerät sagte mir „Exit“…äh nee ich wollte ja jetzt den Zug nehmen, nichts mit EXIT. Naja gut, fragte ich eben das Personal, die sollten es ja wissen. Ende vom Lied, ich habe 2 Mitarbeiter gefragt und beide meinten Unterschiedliches, alles klar, haben wohl selber keine Ahnung, was ihr Job ist. Im Internet wurde ich auch nicht schlau, was das Gerät an der Stelle dann überhaupt für einen Zweck hat und wie das zu nutzen ist.

Zurück zu Hackney bzw. Shoreditch:

Bereits als ich am Bahnhof ankam hatte ich sofort eine Assoziation zu den „hippen“ Stadtteilen Berlins (ich denke man versteht mich). Der Altersdurchschnitt lag in etwa bei Mitte/Ende 20 und der Stadtteil war sehr gepflegt, Kontrastprogramm zu Walthamstow, wo man nach 6 Uhr Abends besser nicht mehr in der Einkaufsstraße unterwegs sein sollte (das war am Freitag absolut kein Spaß). Der Broadway Market ist bekannt für sein reichhaltiges Angebot an Essen und so ließ ich mich selbstverständlich dazu verleiten ordentlich zuzuschlagen. Man sollte eben nicht hungrig einkaufen gehen. Neben Apfelstrudel (gut der ist jetzt nicht unbedingt deutsch, aber den gibt es Zuhause oft im Herbst/Winter) kauft ich mir auch ne lecker Bratwurst mit Sauerkraut. Obst habe ich auch gekauft, um hier mal was für das gute Gewissen zu machen. Anschließend bin ich noch im Viertel umhergeirrt und habe nach einer halben Stunde Fußmarsch die Tubestation gefunden.

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Shoreditch – Regent’s Canal

Von dort aus ging es zum British Museum. Dort habe ich zunächst den Apfelstrudel verputzt und habe mir dann ein Ticket für die Ausstellung „Germany: memories of a nation“ gekauft. Dieses war aber zeitgebunden und ich hatte noch einiges an Zeit, um mich in den kostenlosen Ausstellungen umzusehen. Auch hier wieder ein riesen Angebot an Sammlungsstücken aus aller Welt.

Die Ausstellung zu Deutschland gefiel mir übrigens sehr gut und war ordentlich besucht. Witzigerweise hatte ich das Gefühl, die Hälfte der Besucher kam auch aus Deutschland. 100 Ausstellungsstücke haben die Geschichte Deutschlands in einem Rahmen von 600 Jahren dargestellt. Da ging es neben dem Mauerfall (gleich im Eingang als Video) und dem Nationalsozialismus (der tatsächlich mal nicht im Vordergrund stand) vor allem um deutsches Handwerk, die Kunst und wichtige Persönlichkeiten. Highlight und Fotoobjekt Nr. 1 stand in der Eingangshalle des Museums und es war ein VW Käfer. Im Shop konnte man sich den auch gleich in Miniaturausgabe mitnehmen oder man griff lieber zum Dackel. Ich habe ausnahmsweise mal nichts gekauft 😉

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Eingangshalle British Museum

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Mal wieder das Wochenende

Wie bereits angekündigt war ich mal wieder in einem Museum, juhu. Dabei passe ich mein Programm schon auf das Wetter an, also brauche ich dazu ja jetzt nicht viel sagen, wie der Samstag hier aussah.

Nachdem ich es gewagt habe ohne schützenden Regenschirm vor die Tür zu gehen, kam ich trotzdem trockenen Fußes im V&A (Victoria & Albert Museum) an. Das Stipendium kam nach langem warten ja zu Beginn der Woche an und so habe ich mal £8 locker gemacht und mir die Ausstellung zum Fotografen Horst angesehen, der als deutscher Fotograf nach Amerika emigrierte und später vor allem für die britische, sowie amerikanische Vogue fotografierte. Das Geld habe ich nicht umsonst ausgegeben, es war eine sehr sehenswerte Ausstellung. Sie hat mich sogar dazu verleitet ein größeres Bild zu kaufen, keine Sorge, das passt auch in den Koffer ;).

Zu dem Museumsshop kann ich sowieso hier in London überall nur sagen, dass es sich um eine sehr krasse Form der Vermarktung handelt, was ja nicht schlecht ist. Man könnte sich hier zumindest auch komplett einkleiden. Ja richtig, es gab zum Beispiel eine Pelzstola, zig verschiedene Schmucksorten (auch sehr hochpreisig) und sogar Parfum konnte man in seine Tüte wandern lassen. Das alles natürlich neben den typischen Dingen, wie Bücher, Plakate und Postkarten, die es ebenfalls in sündhaft teuren Luxusvarianten zu kaufen gibt. Sicher liegt es auch daran, dass es sich um ein Mode und Kunst Museum handelt, aber auch die anderen Museen hatten ein ordentliches Programm. Den Shop habe ich mal verlinkt, falls sich jemand das unfassbare Sortiment mal ansehen will.

Neben der Ausstellung habe ich mir noch die Modesammlung, Schmucksammlung, Architektur, Theater und Fotografie angesehen, die alle frei zugänglich sind. Die Sammlung des Museums ist jedoch so gigantisch, dass man da auch locker ein paar Tage beschäftigt sein könnte.

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Eingangshalle

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Innenhof des Museums

Anschließend bummelte ich noch durch den Stadtteil Mayfair, der aufgrund seiner Architektur und Lage als einer der Teuersten zählt. Die Gebäude sehen schon nicht schlecht aus und es liegt sehr zentral, aber irgendwie wirkte alles so leblos (das änderte sich natürlich ab Oxford Circus, aber ich war gezwungen die Tube ab dort zu nehmen).

Am Sonntag wechselten sich Wolken mit Sonne ab und die Temperatur war sehr angenehm. Ich besuchte Primrose Hill, der als Hügel zum Regents Park gehört, den ich ja von allen Parks hier in London am schönsten finde und von wo aus man – nach einem steilen Aufstieg – einen fantastischen Blick über London hat. Primrose Hill ist aber auch ein Stadtteil, der ebenfalls recht hochpreisig ist und deren Einwohnerliste sich wie der Inhalt einer Klatschzeitung liest. Im Vergleich zu Mayfair deutlich schöner ist. Viele kleine Geschäfte und Cafés reihen sich hier und der Camden Market ist ums Eck. Den habe ich auch besucht, wie Tausende. Irgendwie geht es da auch gar nicht unbedingt darum etwas zu kaufen. Es war auch einfach schön nur so durch die Reihen zu schlendern und zu schauen. Gekauft habe ich trotzdem was, auch wenn nicht für mich. Immerhin beim Essen kam ich dann aber zum Zug. Neben leckerem Sushi entschied ich mich an einem kleinen Stand mit selbstgemachten Kuchen für ein riesen Stück White Chocolat Cake mit Beeren. Der Preis war zum einen für die Größe, als auch für den göttlichen Geschmack gerechtfertigt. Ich hätte mal lieber noch ein weiteres Stück kaufen sollen hahaha

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Primrose Hill

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Regents Park Kanal

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auffallen um jeden Preis – Camden Town

Halbzeit

Nun bin ich ernsthaft schon 4 Wochen in London und es kommt mir noch gar nicht so lange vor. Ich habe mich hinsichtlich der Verkehrsmittel schon routiniert, auch wenn die National Rail der Deutschen Bahn in Nichts nachsteht. Dienstag hat es ganz überraschend in London geregnet, da fährt dann erst mal der ein oder andere Zug nicht. Da Tom in der Picture Library aber sowieso den selben Zug nimmt, kennt er das auch schon und hat Verständnis, wenn ich mal zu spät dran bin (kommt durchaus öfter vor, handelt sich aber auch nur um ein paar Minuten).

Mit Photoshop bin ich so langsam gut dabei. Ich entdecke ständig unabsichtlich neue Werkzeuge und lerne somit ganz von alleine alles kennen und auch Tom zeigt mir ständig neue Dinge. Ich bearbeite größtenteils Stiche zu Personen und habe in dieser Woche bereits den ersten Stapel erledigt, obwohl ich dank meines Perfektionismus, der einem manchmal ordentlich Zeit bei der Bearbeitung der Bilder raubt, da diese oft alte Verschmutzungen oder Kratzer aufweisen, kaum voran kam…dachte ich zumindest, bis sich der Stapel schneller als gedacht lichtete. Tom hatte anschließend  alles kontrolliert und war sehr zufrieden mit mir, ich hätte ein Auge für so was, meinte er. Ein bisschen Lob muss eben auch mal sein. Danach zeigte er mir den Ablauf, wie die Bilder Schritt für Schritt auf die Webseite kommen. Ich muss gestehen, dass ich da nicht mehr so ganz durchsah, das war ne Menge auf einmal, aber er wollte es mir ja nur demonstrieren. Ich selber werde das nicht machen müssen.

Zudem konnte ich auch in meinem bekannten Territorium arbeiten, die Schlagwortvergabe. Ich musste zwar nur zu einem von Tom erstellten Leuchtkaten Schlagworte ergänzen, aber immerhin. Somit konnte ich auch gleich einen Blick in das backoffice der Datenbank blicken. In den Pausen lerne ich derzeit Blackheath kennen. Rob, der ebenfalls scannt (nur auf viel besserem Niveau), fragte mich spontan ob ich nicht Lust hätte mit rauszukommen. Da lehne ich natürlich nicht ab, eine Stunde Mittagspause und ein wenig Sonnenschein bietet sich dafür hervorragend an und mein Englisch wird auch gefordert. Witzigerweise fallen mir meist die einfachen Worte nicht ein, die ich dann mühsam erklären zu versuche, um am Ende dann selber drauf zu kommen oder zu denken  man sei blöde. Beispiel eines gaaaanz schweren Wortes: Korb=basket…schön doof. Das ein oder andere Mal ist auch David mit dabei, der für die Bildagentur Ardea arbeitet, die auf irgendeine Art und Weise zur MEPL gehört, hab das nicht so ganz verstanden 😀 Somit werde ich über meine Heimat ausgefragt und andersherum, bekomme auch den ein anderen Tipp, was ich mir mal ansehen sollte und vielleicht werde ich das bald mal in Angriff nehmen. Nächsten Montag werden wohl sehr wenige Mitarbeiter da sein, da zum einen eine Messe in New York stattfindet, die Tom besucht und natürlich auch Urlaubszeit ist. Bin mal gespannt wie viele wir dann letztendlich sind.